Samstag, 8. September 2012
Freitag, 7. September 2012
Der Impuls des Lebens
Es geht im Leben immer um mehr.
Doch was ist das sinnvollste Mehr?
Manchmal bedeutet weniger viel mehr:
Mehr Ruhe.
Mehr Muße.
Mehr Frieden.
Mehr Lebensglück.
Werden, wachsen, reifen, älter werden, weitergeben, mehr, mehr mehr.
Nicht nur eine Erfahrung machen, nicht nur einen Tag leben, nicht einmal nur lachen, nicht einmal nur glücklich sein - sondern sehr viel mehr.
Sich nicht bescheiden.
Möglichst lange, möglichst genussvoll, möglichst glücklich leben!
Genügsam sein und sich begnügen, ist gegen das Leben.
Aber genau das hat man uns gepredigt, was gegen das Leben ist:
Genügsamkeit und Bescheidenheit als allerhöchste Zier - damit die, die herrschen, weiter prassen können.
Menschen sollten selbst nicht spüren, ihr inneres Sehnen nicht wahrnehmen nach immer mehr - was wirklich gut tun und wirklich glücklich machen kann.
Falsche Bilder haben sich entwickelt.
Denn Falsches wurde vermittelt, und Falsches wurde vorgelebt.
Es fehlt das Spüren nach innen.
Es geht nicht um bloßes quantitatives Mehr, was allein zu Süchten und zu Zerstörung führt.
Es geht um ein Mehr an Lebensqualität.
Um Lebensleichtigkeit und Lebensgenuss.
Nicht nur für den Einzelnen sondern für alle - weil es jedem dann am besten geht, wenn es allen gut geht.
Wer sich selbst gut spüren kann, wird seine Verbundenheit zu anderen Menschen empfinden und innerlich erfahren können, was ihm wirklich gut tut.
Und darauf kommt es an.
Die Glaubenssätze, die zum Verzicht auffordern und Menschen irgendetwas verbieten möchten, gehören zum alten Denken, das die Probleme, die wir heute haben, hervorgebracht hat.
Nicht die äußere Fülle ist unser Problem, sondern dass wir nicht sinnvoll mit ihr umgehen können.
Niemand zwingt uns, ständig alles in uns hineinzufressen.
Es gibt keine Informationsflut, die uns bedrängt, wenn wir selbst nein dazu sagen können, wenn wir nicht selbst glauben, alles wissen zu müssen.
Es kommt darauf an, nein sagen zu können. Nicht für andere. Jeder entscheidet selbst. Und jeder hat die Freiheit, sich abzugrenzen.
Ein guter Umgang mit äußerer Fülle kann jedoch nur gelingen, wenn wir uns selbst und anderen nichts mehr verbieten wollen, sondern ganz frei sind, in uns selbst zu spüren, was wirklich gut für uns ist.
Das, was wohltut, solange es wohltut und den Punkt, wo es umschlägt, um dann nein sagen zu können, uneingeschränkt zu spüren, darauf kommt es in Freiheit an, um für die Zukunft ein Mehr an Wohlbefinden zu erreichen.
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Mittwoch, 5. September 2012
Dienstag, 28. August 2012
Dienstag, 21. August 2012
Grenzen
Es gibt Grenzen und Begrenzungen, und die sind nicht unbedingt schlecht. Wahrscheinlich existiert überhaupt nichts Schlechtes. Bewertungen sind stets subjektiv, somit ihrerseits schon begrenzt, doch für mich, für uns und für alle Lebewesen wichtig. Es gehört essentiell zum Leben, dass man spüren kann, was gut tut oder was schadet, damit man sich dazu entsprechend verhalten, sich öffnen oder verschließen kann. Und in diesem Sinne sind Grenzen durchaus richtig. Grenzen sind Schutz und bedeuten gleichzeitig auch Enge. Leben findet in Auseinandersetzung und im Spiel mit Grenzen und letztlich mit dem Ziel ihrer Erweiterung statt.
Es gibt für uns körperliche, seelische und geistige Grenzen. Diese Begrenzungen sind real und haben nicht unbedingt mit Mangel zu tun. Sie sind Voraussetzung, um überhaupt leben zu können. Denn sie schaffen erst den Innenraum, den eigenen Lebensbereich, der sich abgegrenzt vom Außen entwickeln und entfalten kann. Doch die Grenzen müssen durchlässig und letztlich auch erweiterbar sein. Leben widersetzt sich der Starre. Alles, was unveränderlich fest ist, ist tot. Wir brauchen Austausch nach außen und müssen auch wachsen und uns bewegen können.
Körperliche Grenzen sind die deutlichsten, die wir vorweisen können. Sie sind durch Haut und Haare festgeschrieben, dennoch flexibel und in gewissem Maße durchlässig. Aber körperliches Wachstum ist am deutlichsten begrenzt und im Alter von Mitte zwanzig schon zu Ende. Doch der körperliche Austausch in Form von Stoffwechsel über Atem, Wasser und Nahrung ist am elementarsten für unser Sein. Die Grenzen des Körpers sind daher niemals fest verschlossen und lassen sogar nach unserem Tod noch allerhand Bakterien und Würmer sowohl raus wie auch rein.
Seelische Grenzen sind noch viel mehr flexibel und umfassen einen viel weiteren Raum. Sie lassen sich schwerlich beschreiben, weil sie letztlich nur spürbar und sehr veränderlich sind. Dennoch sind sie vorhanden und wirken sich manchmal auch körperlich aus. Es spielen ja auch Körper, Seele und Geist ständig zusammen, sie sind zwar begrifflich abgegrenzt, bilden aber womöglich innerlich einen einzigen gemeinsamen in sich durchlässigen Raum..
Auch geistige Grenzen sind real und immer vorhanden. Sie haben ursächlich mit unserer begrenzten Wahrnehmung wie auch mit geistigen Festlegungen zu tun. Doch besteht auf geistiger Ebene stets die Möglichkeit, die Grenzen zu öffnen und auf diese Weise den Raum eigener Erkenntnis zeitlebens zu weiten. Und das sollten wir im Sinne eigener Lebenskompetenzen auch tun.
Doch Begrenzungen sind auf geistiger Ebene ebenfalls nicht unbedingt gleichbedeutend mit Mangel. Die formale Begrenztheit des Geistes hat auch mit den Kapazitäten und der Effizienz unseres Gehirns zu tun. Ohne uns auf Wesentliche zu konzentrieren, wären wir restlos überfordert, und ohne Vereinfachungen könnten wir gar nichts verstehen. Wir brauchen Modelle von der Welt, um Zusammenhänge begreifen zu können. Diese Hilfsmittel sind aber beides: Voraussetzungen wie Hemmnis von Erkenntnis zugleich. Grenzen sind immer Schutz und Beengung zugleich.
Das Ziel kann nicht sein, Grenzen restlos aufzuheben. Wer immer nur offen ist, ist letztlich gar nicht mehr dicht. Die lebendige Herausforderung besteht darin, die eigenen Grenzen zu weiten und dabei möglichst offen und durchlässig zu bleiben. Ungewissheit zulassen und Verwirrung riskieren, ohne am Ende jedoch völlig ratlos und verwirrt zu sein. Jeder hat sein eigenes Maß zu bestimmen. Es hängt von eigenen Kräften und Kapazitäten ab, die sich durchaus ständig verändern, so dass ein Mensch von einem Augenblick zum anderen mal offener und mal zurückhaltender sein kann. Äußere Freiheit und innere Flexibilität bieten beste Chancen, dass man eigene Grenzen wahren wie auch behutsam beständig erweitern kann.
Das eigene richtige Maß lässt sich am besten daran ermessen, wie sehr man seine eigene Lebenskompetenz dabei erweitern kann. Denn darauf kommt es letztlich im Lebenssinne bei allen Erfahrungen an.
Grenzen bewahren, aber durchlässig bleiben, sich öffnen, den eigenen Raum weiten und sich einander annähern dabei, so kommen wir gemeinsam voran.
Samstag, 5. Mai 2012
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