Dienstag, 28. August 2012
Dienstag, 21. August 2012
Grenzen
Es gibt Grenzen und Begrenzungen, und die sind nicht unbedingt schlecht. Wahrscheinlich existiert überhaupt nichts Schlechtes. Bewertungen sind stets subjektiv, somit ihrerseits schon begrenzt, doch für mich, für uns und für alle Lebewesen wichtig. Es gehört essentiell zum Leben, dass man spüren kann, was gut tut oder was schadet, damit man sich dazu entsprechend verhalten, sich öffnen oder verschließen kann. Und in diesem Sinne sind Grenzen durchaus richtig. Grenzen sind Schutz und bedeuten gleichzeitig auch Enge. Leben findet in Auseinandersetzung und im Spiel mit Grenzen und letztlich mit dem Ziel ihrer Erweiterung statt.
Es gibt für uns körperliche, seelische und geistige Grenzen. Diese Begrenzungen sind real und haben nicht unbedingt mit Mangel zu tun. Sie sind Voraussetzung, um überhaupt leben zu können. Denn sie schaffen erst den Innenraum, den eigenen Lebensbereich, der sich abgegrenzt vom Außen entwickeln und entfalten kann. Doch die Grenzen müssen durchlässig und letztlich auch erweiterbar sein. Leben widersetzt sich der Starre. Alles, was unveränderlich fest ist, ist tot. Wir brauchen Austausch nach außen und müssen auch wachsen und uns bewegen können.
Körperliche Grenzen sind die deutlichsten, die wir vorweisen können. Sie sind durch Haut und Haare festgeschrieben, dennoch flexibel und in gewissem Maße durchlässig. Aber körperliches Wachstum ist am deutlichsten begrenzt und im Alter von Mitte zwanzig schon zu Ende. Doch der körperliche Austausch in Form von Stoffwechsel über Atem, Wasser und Nahrung ist am elementarsten für unser Sein. Die Grenzen des Körpers sind daher niemals fest verschlossen und lassen sogar nach unserem Tod noch allerhand Bakterien und Würmer sowohl raus wie auch rein.
Seelische Grenzen sind noch viel mehr flexibel und umfassen einen viel weiteren Raum. Sie lassen sich schwerlich beschreiben, weil sie letztlich nur spürbar und sehr veränderlich sind. Dennoch sind sie vorhanden und wirken sich manchmal auch körperlich aus. Es spielen ja auch Körper, Seele und Geist ständig zusammen, sie sind zwar begrifflich abgegrenzt, bilden aber womöglich innerlich einen einzigen gemeinsamen in sich durchlässigen Raum..
Auch geistige Grenzen sind real und immer vorhanden. Sie haben ursächlich mit unserer begrenzten Wahrnehmung wie auch mit geistigen Festlegungen zu tun. Doch besteht auf geistiger Ebene stets die Möglichkeit, die Grenzen zu öffnen und auf diese Weise den Raum eigener Erkenntnis zeitlebens zu weiten. Und das sollten wir im Sinne eigener Lebenskompetenzen auch tun.
Doch Begrenzungen sind auf geistiger Ebene ebenfalls nicht unbedingt gleichbedeutend mit Mangel. Die formale Begrenztheit des Geistes hat auch mit den Kapazitäten und der Effizienz unseres Gehirns zu tun. Ohne uns auf Wesentliche zu konzentrieren, wären wir restlos überfordert, und ohne Vereinfachungen könnten wir gar nichts verstehen. Wir brauchen Modelle von der Welt, um Zusammenhänge begreifen zu können. Diese Hilfsmittel sind aber beides: Voraussetzungen wie Hemmnis von Erkenntnis zugleich. Grenzen sind immer Schutz und Beengung zugleich.
Das Ziel kann nicht sein, Grenzen restlos aufzuheben. Wer immer nur offen ist, ist letztlich gar nicht mehr dicht. Die lebendige Herausforderung besteht darin, die eigenen Grenzen zu weiten und dabei möglichst offen und durchlässig zu bleiben. Ungewissheit zulassen und Verwirrung riskieren, ohne am Ende jedoch völlig ratlos und verwirrt zu sein. Jeder hat sein eigenes Maß zu bestimmen. Es hängt von eigenen Kräften und Kapazitäten ab, die sich durchaus ständig verändern, so dass ein Mensch von einem Augenblick zum anderen mal offener und mal zurückhaltender sein kann. Äußere Freiheit und innere Flexibilität bieten beste Chancen, dass man eigene Grenzen wahren wie auch behutsam beständig erweitern kann.
Das eigene richtige Maß lässt sich am besten daran ermessen, wie sehr man seine eigene Lebenskompetenz dabei erweitern kann. Denn darauf kommt es letztlich im Lebenssinne bei allen Erfahrungen an.
Grenzen bewahren, aber durchlässig bleiben, sich öffnen, den eigenen Raum weiten und sich einander annähern dabei, so kommen wir gemeinsam voran.
Samstag, 5. Mai 2012
Freitag, 27. April 2012
Menschen und andere Tiere
Gerne wird von "Mensch und Natur", "Mensch und Tier" gesprochen.
Doch beide Formulierungen sind in gleichem Maße falsch, wie sie suggerieren, dass wir Menschen sowohl den Tieren insgesamt wie auch der Natur gegenüber stehen.
Man kann zwar richtigerweise durchaus Mensch und Löwe wie auch Mensch und Maus gegenüberstellen, genauso wie man Pferd mit Hund vergleichen kann. Art neben Art, nicht eine über allen.
Die grundsätzliche Gegenüberstellung von Mensch und Tier löst uns jedoch aus dem Rest der Tierwelt heraus. Und dies stellt einen wesentlichen Aspekt menschlicher Hybris dar, dem selbst diejenigen noch sprachlich bedienen, die sich als Naturwissenschaftler längst nicht mehr auf die Bibel beziehen.
Immer wieder wurde und wird auch wissenschaftlich nach dem menschlichen Wesenszug geforscht, der uns nicht nur die Einzigartigkeit gegenüber allen anderen Lebensarten garantiert, sondern uns zudem über ihren Kreis, ja letztlich sogar über die Natur insgesamt erhebt.
Dabei muss und wird man, je tiefer man dringt, immer deutlicher erkennen, dass letztlich gar nichts übrig bleibt, was uns aus der Gemeinschaft aller Lebewesen heraustrennen könnte.
Was allein bleibt, ist unsere Einzigartigkeit.
Doch einzigartig sind auch alle anderen Lebewesen und Arten. Und sie unterscheiden sich von einander ebenso, wie wir uns von einzelnen Arten unterscheiden.
Selbst wenn wir differenzierter und abstrakter denken und kommunizieren können als alle anderen, ist dies längst kein uns aus dem gemeinsamen Kreis herauslösendes Argument.
Andere Arten können dafür unstrittig anderes sehr viel besser als wir:
Besser sehen, besser hören, besser spüren, sich besser orientieren, schneller laufen, springen, ja sogar fliegen und und hunderte Meter tauchen.
Der Vogel, der am höchsten schwebt, ist damit längst nicht grundsätzlich über die anderen erhoben.
Wir sind Tiere, und wir werden es immer bleiben.
Genauso wie wir zur Natur gehören und Teil der Natur auch immer bleiben - egal übrigens, was wir denken und mit dem Rest der Natur um uns herum tun.
Doch beide Formulierungen sind in gleichem Maße falsch, wie sie suggerieren, dass wir Menschen sowohl den Tieren insgesamt wie auch der Natur gegenüber stehen.
Man kann zwar richtigerweise durchaus Mensch und Löwe wie auch Mensch und Maus gegenüberstellen, genauso wie man Pferd mit Hund vergleichen kann. Art neben Art, nicht eine über allen.
Die grundsätzliche Gegenüberstellung von Mensch und Tier löst uns jedoch aus dem Rest der Tierwelt heraus. Und dies stellt einen wesentlichen Aspekt menschlicher Hybris dar, dem selbst diejenigen noch sprachlich bedienen, die sich als Naturwissenschaftler längst nicht mehr auf die Bibel beziehen.
Immer wieder wurde und wird auch wissenschaftlich nach dem menschlichen Wesenszug geforscht, der uns nicht nur die Einzigartigkeit gegenüber allen anderen Lebensarten garantiert, sondern uns zudem über ihren Kreis, ja letztlich sogar über die Natur insgesamt erhebt.
Dabei muss und wird man, je tiefer man dringt, immer deutlicher erkennen, dass letztlich gar nichts übrig bleibt, was uns aus der Gemeinschaft aller Lebewesen heraustrennen könnte.
Was allein bleibt, ist unsere Einzigartigkeit.
Doch einzigartig sind auch alle anderen Lebewesen und Arten. Und sie unterscheiden sich von einander ebenso, wie wir uns von einzelnen Arten unterscheiden.
Selbst wenn wir differenzierter und abstrakter denken und kommunizieren können als alle anderen, ist dies längst kein uns aus dem gemeinsamen Kreis herauslösendes Argument.
Andere Arten können dafür unstrittig anderes sehr viel besser als wir:
Besser sehen, besser hören, besser spüren, sich besser orientieren, schneller laufen, springen, ja sogar fliegen und und hunderte Meter tauchen.
Der Vogel, der am höchsten schwebt, ist damit längst nicht grundsätzlich über die anderen erhoben.
Wir sind Tiere, und wir werden es immer bleiben.
Genauso wie wir zur Natur gehören und Teil der Natur auch immer bleiben - egal übrigens, was wir denken und mit dem Rest der Natur um uns herum tun.
Donnerstag, 8. März 2012
Welchen Wert haben Freiheit und geistige Weite?
Ich halte nichts von geistigen Idealisierungen. Weder Freiheit ist ein Wert an sich, noch geistige Offenheit und Weite sind per se schon gut.
Es kommt im Positiven stets darauf an, was dem Leben dienen kann.
Damit meine ich nicht das eigene kleine individuelle Leben, das uns aus egozentrischer Sicht zur Verzweiflung bringt, weil es selbst bei bester positiver Ausrichtung am Ende doch unausweichlich und unwiederbringlich verloren gehen wird.
Geistige Offenheit und Weite können helfen, die eigene geistige Egozentrik zu überwinden, um die eigene Einbettung in den allgemeinen Lebensprozess zu begreifen, der jeden Einzelnen von uns zum vorübergehenden Bestandteil eines ganz großen nicht enden wollenden Ablaufs macht, bei dem es werdend und vergehend um allgemeines Wachstum geht, indem wir das, was wir selbst bekommen haben, angereichert um die eigenen Erfahrungen weitergeben - und am Ende selbst wieder verschwinden, um neuen Leben Platz zu machen.
Das Leben bejahen, heißt diesen allgemeinen Lebensprozess zu bejahen und den eigenen Lebensimpulsen zu folgen, die in uns angelegt sind, damit sie uns innere Orientierung im Sinne dieses Lebensprozesses geben.
Diese Lebensimpulse wollen, weil der Lebensprozess es so will, dass es uns als Einzelwesen gut geht, dass wir wachsen, stark werden, eigene Erfahrungen sammeln und immer weiter reifen. Denn nur so, wenn es uns wirklich gut geht, wenn wir gesund und erfolgreich sind im Leben, bilden wir innere Schätze aus, mit denen wir, wenn wir sie weitergeben, den Lebensprozess bereichern können. Deshalb werden wir auf all diesen Etappen mit positiven Gefühlen belohnt und empfinden diese folglich als erstrebenswert.
Dem Leben zu folgen, heißt also, diesen positiven Gefühlen zu folgen.
Nicht blind, nicht ihrer selbst willen, nicht indem man sie chemisch erzeugt oder sie sich geistig suggeriert.
Im Lebenssinne geht es um das reale Leben, weshalb es wichtig ist, mit offener Wahrnehmung und geistiger Weite stets an der Realität orientiert zu bleiben.
Wobei zur äußeren Realität immer auch die eigene innere Realität in Form der eigenen körperlichen, seelischen und geistigen Befindlichkeit gehört.
Ganz natürlich bilden wir innere Resonanzen auf äußere Zustände aus.
Und genauso natürlich und wichtig ist es, diese zu empfinden, damit wir uns im Lebenssinne abwenden von dem, was uns negative Gefühle macht und dem nachstreben, was dem inneren Sehnen nach positive Gefühlen verspricht.
Freiheit hat genau deshalb Wert, weil sie solche Entscheidung nach außen hin frei ermöglicht.
Doch äußere Freiheit allein nützt wenig, wenn es keine innere Freiheit gibt, die uns die Wahrnehmung der eigenen Befindlichkeit erlaubt und uns unsere inneren Entscheidungsspielräume und Chancen nach außen hin erkennen lässt.
Freiheit und geistige Werte gehören deshalb zusammen, weil ohne geistige Weite innere Freiheit unmöglich ist.
Das natürliche Sehnen nach Freiheit zielt letztlich darauf ab, dass wir lernen, unser Leben zum eigenen Wohle zu gestalten und auch andere Menschen damit zu bereichern und dabei den inneren Lebensimpulsen zu folgen, die der allgemeine Lebensprozess tief in uns wie bei allen Lebewesen verankert hat.
Also: Anstrengung nicht der Anstrengung wegen, Klarheit nicht der Klarheit wegen, Wahrheit nicht der Wahrheit wegen, Freiheit nicht der Freiheit wegen, Kreativität, so sehr ich sie auch schätze, nicht der Kreativität und Kunst nicht der Kunst wegen.
Es kommt im Lebenssinne stets darauf an, dass man sich selbst bei all dem, was man macht und mit all dem, was dabei herauskommt, seelisch ganz tief innen reicher empfinden und innerlich wohler fühlen kann.
Ohne solch positive Orientierung hat alles, was man tut, nicht wirklich Wert.
Es kommt im Positiven stets darauf an, was dem Leben dienen kann.
Damit meine ich nicht das eigene kleine individuelle Leben, das uns aus egozentrischer Sicht zur Verzweiflung bringt, weil es selbst bei bester positiver Ausrichtung am Ende doch unausweichlich und unwiederbringlich verloren gehen wird.
Geistige Offenheit und Weite können helfen, die eigene geistige Egozentrik zu überwinden, um die eigene Einbettung in den allgemeinen Lebensprozess zu begreifen, der jeden Einzelnen von uns zum vorübergehenden Bestandteil eines ganz großen nicht enden wollenden Ablaufs macht, bei dem es werdend und vergehend um allgemeines Wachstum geht, indem wir das, was wir selbst bekommen haben, angereichert um die eigenen Erfahrungen weitergeben - und am Ende selbst wieder verschwinden, um neuen Leben Platz zu machen.
Das Leben bejahen, heißt diesen allgemeinen Lebensprozess zu bejahen und den eigenen Lebensimpulsen zu folgen, die in uns angelegt sind, damit sie uns innere Orientierung im Sinne dieses Lebensprozesses geben.
Diese Lebensimpulse wollen, weil der Lebensprozess es so will, dass es uns als Einzelwesen gut geht, dass wir wachsen, stark werden, eigene Erfahrungen sammeln und immer weiter reifen. Denn nur so, wenn es uns wirklich gut geht, wenn wir gesund und erfolgreich sind im Leben, bilden wir innere Schätze aus, mit denen wir, wenn wir sie weitergeben, den Lebensprozess bereichern können. Deshalb werden wir auf all diesen Etappen mit positiven Gefühlen belohnt und empfinden diese folglich als erstrebenswert.
Dem Leben zu folgen, heißt also, diesen positiven Gefühlen zu folgen.
Nicht blind, nicht ihrer selbst willen, nicht indem man sie chemisch erzeugt oder sie sich geistig suggeriert.
Im Lebenssinne geht es um das reale Leben, weshalb es wichtig ist, mit offener Wahrnehmung und geistiger Weite stets an der Realität orientiert zu bleiben.
Wobei zur äußeren Realität immer auch die eigene innere Realität in Form der eigenen körperlichen, seelischen und geistigen Befindlichkeit gehört.
Ganz natürlich bilden wir innere Resonanzen auf äußere Zustände aus.
Und genauso natürlich und wichtig ist es, diese zu empfinden, damit wir uns im Lebenssinne abwenden von dem, was uns negative Gefühle macht und dem nachstreben, was dem inneren Sehnen nach positive Gefühlen verspricht.
Freiheit hat genau deshalb Wert, weil sie solche Entscheidung nach außen hin frei ermöglicht.
Doch äußere Freiheit allein nützt wenig, wenn es keine innere Freiheit gibt, die uns die Wahrnehmung der eigenen Befindlichkeit erlaubt und uns unsere inneren Entscheidungsspielräume und Chancen nach außen hin erkennen lässt.
Freiheit und geistige Werte gehören deshalb zusammen, weil ohne geistige Weite innere Freiheit unmöglich ist.
Das natürliche Sehnen nach Freiheit zielt letztlich darauf ab, dass wir lernen, unser Leben zum eigenen Wohle zu gestalten und auch andere Menschen damit zu bereichern und dabei den inneren Lebensimpulsen zu folgen, die der allgemeine Lebensprozess tief in uns wie bei allen Lebewesen verankert hat.
Also: Anstrengung nicht der Anstrengung wegen, Klarheit nicht der Klarheit wegen, Wahrheit nicht der Wahrheit wegen, Freiheit nicht der Freiheit wegen, Kreativität, so sehr ich sie auch schätze, nicht der Kreativität und Kunst nicht der Kunst wegen.
Es kommt im Lebenssinne stets darauf an, dass man sich selbst bei all dem, was man macht und mit all dem, was dabei herauskommt, seelisch ganz tief innen reicher empfinden und innerlich wohler fühlen kann.
Ohne solch positive Orientierung hat alles, was man tut, nicht wirklich Wert.
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