Nun hab dich nicht so!
Das ist doch nicht weiter schlimm! Sei nicht zimperlich! Da muss man halt durch! Anderen geht es auch nicht besser! Du schaffst das schon! Da kann man nichts ändern. Nur die Harten kommen durch. Ich muss das noch zu Ende bringen. Das darf nicht wahr sein! Ich kann doch nicht schon wieder müde sein!
Innere Dialoge. Alte Sprüche. Schon gehört? Längst verinnerlicht?
Herrschaftsglaubenssätze, mit denen sich die Menschen selbst zum Funktionieren trimmen.
Gegen Müdigkeit einen Kaffee! Schmerzmittel gegen Schmerzen. Bei Sorgen hilft Joggen. Aufputschen oder betäuben.
Nur nichts spüren, was dem Kopf nicht passt! Der Körper soll gehorchen.
Mit der Selbstwahrnehmung ist es bei den Menschen nicht weit her.
Identifiziert mit ihren Gedanken, unreflektiert in ihren Glaubenssätzen, treiben sie sich selbst und einander effektiver als die besten Aufseher an. Sogar Vergnügen muss geleistet werden. Das muss man gesehen haben! Hast du das noch nicht gelesen? Warst du etwa noch nicht da? Wir müssen uns mal wieder treffen! Wenn ich bloß mehr Zeit hätte! Ich kann mich nicht zerreißen. Da kann man doch nicht nein sagen! Wie sähe das denn aus?
Wer sich selbst nicht spüren kann, ist unfähig, für sein eigenes Wohl zu sorgen.
Wer auf das eigene Wohl nicht achtet, geht unachtsam auch mit seinen Mitmenschen und der Umwelt um.
Mit unseren Süchten machen wir die Welt kaputt!
Wer sich selbst nicht wahrnehmen kann, kann die Verantwortung für sich selbst und seine Mitverantwortung für das große Ganze nicht tragen.
Sich spüren:
Wie geht es mir wirklich? Was empfinde ich? Was fühle ich? Was denke ich? Was bilde ich mir vielleicht nur ein? Was ersehne ich mir tief innen?
Wer traut sich an den bewussten Kontakt dazu heran?
Sich selbst spürend, fängt das wahre Menschsein an!
