Montag, 31. Dezember 2012

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Kreativität kommt nicht von außen.


Ein elementarer Ausdruck von Kreativität ist die Fähigkeit, 
sich von eigenen geistigen Festlegungen selbst zu befreien.
Unablässig bietet sich die Chance dazu. 
Die Spielräume, die uns das Leben schenkt, sind riesig. 
Innen wie außen. Denn die Realität wandelt sich ständig.
Sie lädt uns immer wieder neu zum Lernen ein.
Doch erst, wenn wir selbst ganz neu zu denken wagen, 
wer­den wir unsere kreativen Po­tentiale entfalten, 
die eigenen Freiheiten erkennen 
und sie zum eigenen Wohle nutzen können.

Montag, 17. Dezember 2012

dazwischen

Wenn Altes nicht mehr funktioniert,
ist die Zeit für Neues gekommen.

Doch um damit warm werden zu können,
werden neue eigene Fähigkeiten gebraucht.

Das ist die beständige Herausforderung,
bei der wir uns als Individuen,
Gesellschaft und auch als Weltgemeinschaft
letztlich immer wieder neu zu bewähren haben.


Sonntag, 16. Dezember 2012

Neues

Das wirklich Neue ist niemals irgendetwas Altes.

Amok


Was fällt mir zu Massakern von Amoktätern ein?
Ein mit Tränen kämpfender US-Präsident rührt an. 
Doch all die Betroffenheitsbekundungen nutzen am Ende gar nichts. Als Ausweg sehe ich genauso wenig die alten Reflexe nach strengeren Gesetzen, um menschliche Freiheiten einzuschränken. 
Ich betrachte es wie im individuellen Leben: 
Eine Gesellschaft, die sich vorwiegend um die Abwehr von Krankheiten statt um Gesundheit und geistige Klarheit kümmert, wird immer anfälliger für Krankheiten werden. 
Es wäre wichtig, dass immer mehr Menschen ihre eigenen Verantwortungen wie Mitverantwortungen begreifen und im Sinne geistiger Freiheit endlich beginnen, einen gesellschaftlichen Diskurs über neue, wirklich neue Werte und gesunde geistige Orientierungen zu führen - wozu es Mut und Offenheit zum selbstkritischen Hinterfragen der jeweils eigenen geistigen Positionen und Gewohnheiten braucht.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Winter-Garten


Feindschaft - Freundschaft


Ich frage mich, was Menschen zusammenführt. 
Was macht uns zu sozialen Wesen? 

Bisher dachte ich, es wären Liebe und Begehren. Doch der innere Motor scheint viel tiefer zu liegen. 
Elementares Eigeninteresse, der gesunde Egoismus für eigene Lebensvorteile, lässt uns einander eher wohlwollend begegnen, weil das Hegen einer Freundschaft viel weniger eigene Anstrengung als die Abwehr von Feindschaft braucht.

Freund oder Feind ist die entscheidende Frage. 
Doch klar ist, was wir bevorzugen würden. 
Kein gesunder Mensch wird sich nach Feindschaft sehnen und daher im Zweifelsfall eher zum Positiven tendieren. 
Wir verfügen über den inneren Impuls, selbst erst einmal offen, einladend und freundlich in neue Begegnungen zu gehen, damit bereicherndes Miteinander entstehen kann, von dem alle Beteiligten profitieren.
Wer dagegen in jeden Fremden zuerst Feindschaft projiziert und durch eigenes Verhalten seine negativen Prophezeiungen erfüllt, wird ein eher trauriges, einsames, meist ärmliches und sehr anstrengendes Dasein führen, weil ihm die positive Synergien fehlen. 
Kein Mensch will tief innen drin so kläglich leben, weshalb wir von Natur aus nicht nach Feindschaft sondern nach Freundschaft streben.

Montag, 10. Dezember 2012

Kalenderzapfen


Vorbilder

Keine Beispiele. Ich will keine Beispiele oder Vorbilder. Ich brauche sie nicht. Ich will mich nicht ausrichten, mich nicht vergleichen, sondern sein, wie ich bin. Endlich nach 63 Jahren frei auch nach außen hin.
Kreativ und mutig neue eigene Wege gehen. So wie ich bisher innerlich gelebt habe, gehe ich jetzt nach außen voran. Für mich selbst. Vielleicht auch für andere. Ich habe viel Neues zu bieten.
Was neu daran ist? Ich weiß es nicht wirklich.
Ich kenne mich nicht aus, ich kann kaum vergleichen. Ich weiß nur, was neu für mich selbst ist.
Das, was ich selber denke, weil es nicht erlesen ist. Weil die Ideen aus mir heraus kommen. Und weil sie mir Antworten schenken, die ich sonst von nirgendwoher kenne.
Ich vertraue mir selbst und bleibe offen, um mich immer wieder überraschen zu lassen - auch von anderen. Sie werden ihrerseits entscheiden, was neu und interessant für sie selbst ist.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Zweifel


Jeder denkt
was er will

doch nicht alles
ist wahr

es tut gut
mit Zweifeln
gegenüber den eigenen
Überzeugungen
zu leben.


http://www.lebenskunst-atelier.de/POSITIONEN.html

Freitag, 30. November 2012

Aufgabe von Kunst


Kunst hat nicht die Aufgabe, 
schrill und laut zu sein. 

Sie sollte das Leben bereichern. 
Und das tut sie am besten dann, 
wenn sie Menschen so berühren kann, 
dass sie tief innen zur Ruhe kommen, 
um in Kontakt mit sich selbst zu sein.

am Grunewaldsee


Donnerstag, 29. November 2012

Erwachsene Reife

Menschliche Reifung ist ein geistiger Prozess 
hin zu  Bewusstseinsqualität,
die mit kritischer Distanz 
zum eigenen Denken zusammenhängt.

Mittwoch, 28. November 2012

Frieden


Ich verstehe mich als Pazifist und habe mich mein Leben lang mit dem Thema Frieden beschäftigt. Das hat schon mein Vorname mit sich gebracht, den mir meine Eltern im Sinne Ihrer Friedensarbeit nach Krieg und sechs Jahren KZ als Säugling aufgedrückt haben.
Heute nehme ich anders als viele andere Pazifisten keine unbedingt ablehnende Position gegenüber der Waffenindustrie ein und meine nicht mehr, dass man ihr die Verantwortung für die Verwendung ihrer Produkte zuschreiben kann. Genauso wenig wie der Produzent eines Hammers die Schuld dafür trägt, wenn ein Mörder damit auf den Kopf eines anderen Menschen schlägt. Man mag ins Felde führen, dass man im Unterschied zu einem Hammer mit Waffen sonst nichts Sinnvolles anfangen kann. Ich glaube aber, dass man gut ausgerüstet auch Kriege verhindern kann. Ebenso wie der alleinige Sinn einer Feuerwehr nicht der ist, dass sie zum Einsatz kommt. Viel besser wäre, wenn man sie trotz ihres Vorhandenseins nicht braucht. Dennoch wird man das Gerät nach einiger Zeit sogar unbenutzt ersetzen, damit es weiterhin bestmöglichen Schutz gewährleisten kann. So gesehen ist auch der Profit der Rüstungsindustrie nicht auf den Einsatz ihrer Waffen angewiesen.
In meinen Augen stellt im übrigen ein Schweigen von Waffen lediglich einen Waffenstillstand, nicht etwa wirklichen Frieden dar. Wahrer Frieden entsteht im Kopf und braucht ein neues Denken, zudem keine Feindbilder gehören.
Deshalb möchte ich die Waffenindustrie nicht pauschal dämonisieren.
Das wäre mir zu einfach und nach alten Mustern gedacht. Denn Schuld hätten dann wie auch sonst die anderen.
Ich wünsche mir, dass friedliebende Menschen ein gutes Beispiel für den Abbau eigener Überzeugungen und Feindbilder bieten, weil dieser Weg am besten zu wirklichem Frieden führt.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Die abenteuerlichste Reise, 
die ein Mensch 
unternehmen kann, 
ist die nach innen.


Dienstag, 2. Oktober 2012

Prägungen


In einem kranken Umfeld ist niemand wirklich gesund.

Wer den allgemeinen Zustand der Gesellschaft kritisiert, in der er lebt, 
sollte entsprechend skeptisch auch gegenüber den eigenen Haltungen, 
kritisch gegenüber den eigenen geistigen Orientierungen
und vorsichtig mit seinen Werturteilen sein.


Montag, 1. Oktober 2012

Plädoyer für Zuversicht


Wenn ein Mensch der allgemeinen Entwicklung, dem Lebensprozess und dem menschlichen Wesen nicht vertraut, wenn er meint, dass die Welt gerettet werden müsste und er selbst dafür die Lösung wüsste, wird es ihn zunehmend frustrieren, wenn er sieht, dass die Menschheit den Weg, von dem er meint, dass er gegangen werden müsste, nicht befolgt. 
Die eigenen positiven Impulse werden ihm nicht genügen. Er wird lauthals mahnen und nach vermeintlichen Gegnern menschlichen Fortschritts spüren. Er wird Feindbilder schüren und Katastrophen herbeireden, die ihm Recht geben mögen. Er wird den Weltuntergang beschwören, damit die Menschen endlich auf ihn hören.
Es ist altes Denken, dass auf die Apokalypse das Himmelreich folgt, was eine gewisse Katastrophenverliebtheit erzeugt.
Wir sollten es besser mit positiven Visionen versuchen, den Menschen vertrauen, das Lebensglück bejahen, uns entfernen vom Müssen, um uns selbst und andere für eine positive Zukunft ohne Katastrophen begeistern zu können. Wir sollten Bilder ohne Feindschaft kreieren und uns aus Liebe zum Leben mit Zuversicht freudig engagieren.

Frühherbst am Schlachtensee


Freitag, 7. September 2012

Der Impuls des Lebens


Es geht im Leben immer um mehr.

Doch was ist das sinnvollste Mehr?


Manchmal bedeutet weniger viel mehr:


Mehr Ruhe.

Mehr Muße.

Mehr Frieden.

Mehr Lebensglück.


Werden, wachsen, reifen, älter werden, weitergeben, mehr, mehr mehr.
Nicht nur eine Erfahrung machen, nicht nur einen Tag leben, nicht einmal nur lachen, nicht einmal nur glücklich sein - sondern sehr viel mehr. 
Sich nicht bescheiden. 
Möglichst lange, möglichst genussvoll, möglichst glücklich leben!
Genügsam sein und sich begnügen, ist gegen das Leben. 
Aber genau das hat man uns gepredigt, was gegen das Leben ist: 
Genügsamkeit und Bescheidenheit als allerhöchste Zier - damit die, die herrschen, weiter prassen können.
Menschen sollten selbst nicht spüren, ihr inneres Sehnen nicht wahrnehmen nach immer mehr - was wirklich gut tun und wirklich glücklich machen kann.
Falsche Bilder haben sich entwickelt. 
Denn Falsches wurde vermittelt, und Falsches wurde vorgelebt. 
Es fehlt das Spüren nach innen.

Es geht nicht um bloßes quantitatives Mehr, was allein zu Süchten und zu Zerstörung führt. 
Es geht um ein Mehr an Lebensqualität.
Um Lebensleichtigkeit und Lebensgenuss. 
Nicht nur für den Einzelnen sondern für alle - weil es jedem dann am besten geht, wenn es allen gut geht.

Wer sich selbst gut spüren kann, wird seine Verbundenheit zu anderen Menschen empfinden und innerlich erfahren können, was ihm wirklich gut tut.
Und darauf kommt es an.

Die Glaubenssätze, die zum Verzicht auffordern und Menschen irgendetwas verbieten möchten, gehören zum alten Denken, das die Probleme, die wir heute haben, hervorgebracht hat.

Nicht die äußere Fülle ist unser Problem, sondern dass wir nicht sinnvoll mit ihr umgehen können. 
Niemand zwingt uns, ständig alles in uns hineinzufressen. 
Es gibt keine Informationsflut, die uns bedrängt, wenn wir selbst nein dazu sagen können, wenn wir nicht selbst glauben, alles wissen zu müssen.
Es kommt darauf an, nein sagen zu können. Nicht für andere. Jeder entscheidet selbst. Und jeder hat die Freiheit, sich abzugrenzen.

Ein guter Umgang mit äußerer Fülle kann jedoch nur gelingen, wenn wir uns selbst und anderen  nichts mehr verbieten wollen, sondern ganz frei sind, in uns selbst zu spüren, was wirklich gut für uns ist.
Das, was wohltut, solange es wohltut und den Punkt, wo es umschlägt, um dann nein sagen zu können, uneingeschränkt zu spüren, darauf kommt es in Freiheit an, um für die Zukunft ein Mehr an Wohlbefinden zu erreichen.

Dienstag, 21. August 2012

Grenzen



Es gibt Grenzen und Begrenzungen, und die sind nicht unbedingt schlecht. Wahrscheinlich existiert überhaupt nichts Schlechtes. Bewertungen sind stets subjektiv, somit ihrerseits schon begrenzt, doch für mich, für uns und für alle Lebewesen wichtig. Es gehört essentiell zum Leben, dass man spüren kann, was gut tut oder was schadet, damit man sich dazu entsprechend verhalten, sich öffnen oder verschließen kann. Und in diesem Sinne sind Grenzen durchaus richtig. Grenzen sind Schutz und bedeuten gleichzeitig auch Enge. Leben findet in Auseinandersetzung und im Spiel mit Grenzen und letztlich mit dem Ziel ihrer Erweiterung statt.
Es gibt für uns körperliche, seelische und geistige Grenzen. Diese Begrenzungen sind real und haben nicht unbedingt mit Mangel zu tun. Sie sind Voraussetzung, um überhaupt leben zu können. Denn sie schaffen erst den Innenraum, den eigenen Lebensbereich, der sich abgegrenzt vom Außen entwickeln und entfalten kann. Doch die Grenzen müssen durchlässig und letztlich auch erweiterbar sein. Leben widersetzt sich der Starre. Alles, was unveränderlich fest ist, ist tot. Wir brauchen Austausch nach außen und müssen auch wachsen und uns bewegen können.
Körperliche Grenzen sind die deutlichsten, die wir vorweisen können. Sie sind durch Haut und Haare festgeschrieben, dennoch flexibel und in gewissem Maße durchlässig. Aber körperliches Wachstum ist am deutlichsten begrenzt und im Alter von Mitte zwanzig schon zu Ende. Doch der körperliche Austausch in Form von Stoffwechsel über Atem, Wasser und Nahrung ist am elementarsten für unser Sein. Die Grenzen des Körpers sind daher niemals fest verschlossen und lassen sogar nach unserem Tod noch allerhand Bakterien und Würmer sowohl raus wie auch rein.
Seelische Grenzen sind noch viel mehr flexibel und umfassen einen viel weiteren Raum. Sie lassen sich schwerlich beschreiben, weil sie letztlich nur spürbar und sehr veränderlich sind. Dennoch sind sie vorhanden und wirken sich manchmal auch körperlich aus. Es spielen ja auch Körper, Seele und Geist ständig zusammen, sie sind zwar begrifflich abgegrenzt, bilden aber womöglich innerlich einen einzigen gemeinsamen in sich durchlässigen Raum..
Auch geistige Grenzen sind real und immer vorhanden. Sie haben ursächlich mit unserer begrenzten Wahrnehmung wie auch mit geistigen Festlegungen zu tun. Doch besteht auf geistiger Ebene stets die Möglichkeit, die Grenzen zu öffnen und auf diese Weise den Raum eigener Erkenntnis zeitlebens zu weiten. Und das sollten wir im Sinne eigener Lebenskompetenzen auch tun.
Doch Begrenzungen sind auf geistiger Ebene ebenfalls nicht unbedingt gleichbedeutend mit Mangel. Die formale Begrenztheit des Geistes hat auch mit den Kapazitäten und der Effizienz unseres Gehirns zu tun. Ohne uns auf Wesentliche zu konzentrieren, wären wir restlos überfordert, und ohne Vereinfachungen könnten wir gar nichts verstehen. Wir brauchen Modelle von der Welt, um Zusammenhänge begreifen zu können. Diese Hilfsmittel sind aber beides: Voraussetzungen wie Hemmnis von Erkenntnis zugleich. Grenzen sind immer Schutz und Beengung zugleich.
Das Ziel kann nicht sein, Grenzen restlos aufzuheben. Wer immer nur offen ist, ist letztlich gar nicht mehr dicht. Die lebendige Herausforderung besteht darin, die eigenen Grenzen zu weiten und dabei möglichst offen und durchlässig zu bleiben. Ungewissheit zulassen und Verwirrung riskieren, ohne am Ende jedoch völlig ratlos und verwirrt zu sein. Jeder hat sein eigenes Maß zu bestimmen. Es hängt von eigenen Kräften und Kapazitäten ab, die sich durchaus ständig verändern, so dass ein Mensch von einem Augenblick zum anderen mal offener und mal zurückhaltender sein kann. Äußere Freiheit und innere Flexibilität bieten beste Chancen, dass man eigene Grenzen wahren wie auch behutsam beständig erweitern kann.
Das eigene richtige Maß lässt sich am besten daran ermessen, wie sehr man seine eigene Lebenskompetenz dabei erweitern kann. Denn darauf kommt es letztlich im Lebenssinne bei allen Erfahrungen an.
Grenzen bewahren, aber durchlässig bleiben, sich öffnen, den eigenen Raum weiten und sich einander annähern dabei, so kommen wir gemeinsam voran. 

Freitag, 27. April 2012

Menschen und andere Tiere

Gerne wird von "Mensch und Natur", "Mensch und Tier" gesprochen.
Doch beide Formulierungen sind in gleichem Maße falsch, wie sie suggerieren, dass wir Menschen sowohl den Tieren insgesamt wie auch der Natur gegenüber stehen.
Man kann zwar richtigerweise durchaus Mensch und Löwe wie auch Mensch und Maus gegenüberstellen, genauso wie man Pferd mit Hund vergleichen kann. Art neben Art, nicht eine über allen.

Die grundsätzliche Gegenüberstellung von Mensch und Tier löst uns jedoch aus dem Rest der Tierwelt heraus. Und dies stellt einen wesentlichen Aspekt menschlicher Hybris dar, dem selbst diejenigen noch sprachlich bedienen, die sich als Naturwissenschaftler längst nicht mehr auf die Bibel beziehen.
Immer wieder wurde und wird auch wissenschaftlich nach dem menschlichen Wesenszug geforscht, der uns nicht nur die Einzigartigkeit gegenüber allen anderen Lebensarten garantiert, sondern uns zudem über ihren Kreis, ja letztlich sogar über die Natur insgesamt erhebt.
Dabei muss und wird man, je tiefer man dringt, immer deutlicher erkennen, dass letztlich gar nichts übrig bleibt, was uns aus der Gemeinschaft aller Lebewesen heraustrennen könnte.

Was allein bleibt, ist unsere Einzigartigkeit.
Doch einzigartig sind auch alle anderen Lebewesen und Arten. Und sie unterscheiden sich von einander ebenso, wie wir uns von einzelnen Arten unterscheiden.
Selbst wenn wir differenzierter und abstrakter denken und kommunizieren können als alle anderen, ist dies längst kein uns aus dem gemeinsamen Kreis herauslösendes Argument.
Andere Arten können dafür unstrittig anderes sehr viel besser als wir:
Besser sehen, besser hören, besser spüren, sich besser orientieren, schneller laufen, springen, ja sogar fliegen und und hunderte Meter tauchen.

Der Vogel, der am höchsten schwebt, ist damit längst nicht grundsätzlich über die anderen erhoben.

Wir sind Tiere, und wir werden es immer bleiben.
Genauso wie wir zur Natur gehören und Teil der Natur auch immer bleiben - egal übrigens, was wir denken und mit dem Rest der Natur um uns herum tun.

Donnerstag, 8. März 2012

Windgeschichten


Welchen Wert haben Freiheit und geistige Weite?

Ich halte nichts von geistigen Idealisierungen. Weder Freiheit ist ein Wert an sich, noch geistige Offenheit und Weite sind per se schon gut.

Es kommt im Positiven stets darauf an, was dem Leben dienen kann.
Damit meine ich nicht das eigene kleine individuelle Leben, das uns aus egozentrischer Sicht zur Verzweiflung bringt, weil es selbst bei bester positiver Ausrichtung am Ende doch unausweichlich und unwiederbringlich verloren gehen wird.

Geistige Offenheit und Weite können helfen, die eigene geistige Egozentrik zu überwinden, um die eigene Einbettung in den allgemeinen Lebensprozess zu begreifen, der jeden Einzelnen von uns zum vorübergehenden Bestandteil eines ganz großen nicht enden wollenden Ablaufs macht, bei dem es werdend und vergehend um allgemeines Wachstum geht, indem wir das, was wir selbst bekommen haben, angereichert um die eigenen Erfahrungen weitergeben - und am Ende selbst wieder verschwinden, um neuen Leben Platz zu machen.

Das Leben bejahen, heißt diesen allgemeinen Lebensprozess zu bejahen und den eigenen Lebensimpulsen zu folgen, die in uns angelegt sind, damit sie uns innere Orientierung im Sinne dieses Lebensprozesses geben.
Diese Lebensimpulse wollen, weil der Lebensprozess es so will, dass es uns als Einzelwesen gut geht, dass wir wachsen, stark werden, eigene Erfahrungen sammeln und immer weiter reifen. Denn nur so, wenn es uns wirklich gut geht, wenn wir gesund und erfolgreich sind im Leben, bilden wir innere Schätze aus, mit denen wir, wenn wir sie weitergeben, den Lebensprozess bereichern können. Deshalb werden wir auf all diesen Etappen mit positiven Gefühlen belohnt und empfinden diese folglich als erstrebenswert.
Dem Leben zu folgen, heißt also, diesen positiven Gefühlen zu folgen.
Nicht blind, nicht ihrer selbst willen, nicht indem man sie chemisch erzeugt oder sie sich geistig suggeriert.

Im Lebenssinne geht es um das reale Leben, weshalb es wichtig ist, mit offener Wahrnehmung und geistiger Weite stets an der Realität orientiert zu bleiben.
Wobei zur äußeren Realität immer auch die eigene innere Realität in Form der eigenen körperlichen, seelischen und geistigen Befindlichkeit gehört.
Ganz natürlich bilden wir innere Resonanzen auf äußere Zustände aus.
Und genauso natürlich und wichtig ist es, diese zu empfinden, damit wir uns im Lebenssinne abwenden von dem, was uns negative Gefühle macht und dem nachstreben, was dem inneren Sehnen nach positive Gefühlen verspricht.

Freiheit hat genau deshalb Wert, weil sie solche Entscheidung nach außen hin frei ermöglicht.
Doch äußere Freiheit allein nützt wenig, wenn es keine innere Freiheit gibt, die uns die Wahrnehmung der eigenen Befindlichkeit erlaubt und uns unsere inneren Entscheidungsspielräume und Chancen nach außen hin erkennen lässt.
Freiheit und geistige Werte gehören deshalb zusammen, weil ohne geistige Weite innere Freiheit unmöglich ist.

Das natürliche Sehnen nach Freiheit zielt letztlich darauf ab, dass wir lernen, unser Leben zum eigenen Wohle zu gestalten und auch andere Menschen damit zu bereichern und dabei den inneren Lebensimpulsen zu folgen, die der allgemeine Lebensprozess tief in uns wie bei allen Lebewesen verankert hat.

Also: Anstrengung nicht der Anstrengung wegen, Klarheit nicht der Klarheit wegen, Wahrheit nicht der Wahrheit wegen, Freiheit nicht der Freiheit wegen, Kreativität, so sehr ich sie auch schätze, nicht der Kreativität und Kunst nicht der Kunst wegen.

Es kommt im Lebenssinne stets darauf an, dass man sich selbst bei all dem, was man macht und mit all dem, was dabei herauskommt, seelisch ganz tief innen reicher empfinden und innerlich wohler fühlen kann.
Ohne solch positive Orientierung hat alles, was man tut, nicht wirklich Wert.

Schamanismus

Der Bezug zur Natur ist mir sehr wichtig. Nach außen wie nach innen.
Aber ich meine damit nicht ein Zurück zur Natur. Auch kein Zurück zu altem Denken. Es kommt darauf an, dass wir uns als Menschen ganz neu verstehen. Als Teil der Natur. Als Tiere. Als Lebewesen. Eingebettet in sie. Egal was wir tun.
Ohne die Natur zu verklären. Ohne geistig zurück zu gehen und die Natur voller Geister zu sehen. Wir brauchen keine alten Rituale und archaischen Beschwörungszeremonien, keinen alten Glauben, keine spirituellen Gewissheiten, mit denen sich Menschen stets selbst erhöhen.
Es geht um geistige Bescheidenheit, die gleichbedeutend mit geistigem Fortschritt ist, um die Fähigkeit, sich selbst distanziert zu den eigenen Überzeugungen zu sehen. Klein und vergänglich und nicht der Mittelpunkt der Welt.
An der Realität orientiert und gleichzeitig nach innen spürend. Am tiefen inneren Sehnen nach Lebensglück ausgerichtet, das uns die Natur mitgegeben hat, kommen wir, die Umwelt zum eigenen Wohle uns gestaltend, dem natürlichen Sinn unserer geistigen Fähigkeiten am besten nah.

Donnerstag, 1. März 2012

Den eigenen Geist
zu weiten,
heißt,
sich von
geistigen Konzepten
frei zu machen.

Auch wenn dies
genau genommen
selbst schon wieder
ein Konzept bedeutet,
zielt es im Unterschied
zu allen anderen
nicht auf eigene
Gewissheit ab.


Es setzt vielmehr
die Bereitschaft,
Ungewissheit
zu akzeptieren,
voraus und macht
damit Fragen und
geistige Begegnung
möglich.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Warum Freiheit? - Beuystag


Gestern beim "Beuystag" während der "Citizen Art Days" im Berliner "Freien Museum" blieb als Frage oder Bemerkung stehen, dass es verwunderlich und beachtlich wäre, wie sich der Freiheitsgedanke trotz aller Repressionen immer weiter verbreiten konnte.

Freiheit ist m.E. kein Konzept.
Nicht die Idee von Freiheit verleiht der Freiheit Kraft. 
Freiheit gehört zum Leben.
Das Leben braucht Freiraum, damit es sich entfalten kann.
Leben findet von Natur aus grundsätzlich in Freiheit statt.

Freiheit ist eine Grundvoraussetzung der Lebens und nichts, was der menschliche Geist erfunden hätte.
Wo Freiheit fehlt, wird ganz natürlich das Sehnen nach Freiheit wach.
Denn die Sehnsucht nach Freiheit zählt wie alles Sehnen zu unseren archaischen Orientierungen und tiefen Lebenskräften, die zu unserer angeborenen tierischen Natur gehören.
Das letztlich unauslöschbare tiefe innere Sehnen verleiht der Idee von Freiheit Kraft.

Damit stehen wir nicht allein. Alle Tiere wollen frei sein, um ihren Lebensimpulsen ungehindert folgen zu können. In der freien Entfaltung und der lebensbezogenen Anpassung im Sinne eines freien Zusammenspiels zwischen innen und außen liegt der eigentliche Lebenswert von Freiheit. 
Die Idee jedoch, auch von eigenen Lebensimpulsen unbeeinflusst frei zu sein, ist rein menschliche geistige Egozentrik, die ihrerseits zum lebensfernen Herrschaftsdenken gehört, das die Menschen von der Bejahung und Entfaltung ihrer Lebenskräfte entfremdet hat.

Ein geistiges Ideal von Freiheit brauchen wir allenfalls dazu, um uns gedanklich gegen Herrschaftskonzepte zu wehren, auf deren Grundlage man Jahrtausende lang den Menschen die freie Entfaltung verweigert hat. 
Wenn wir den Freiheitsgedanken lieben, hängt dies aber vom tiefen Sehnen in uns ab.
Wo es Raum gibt, in sich selbst hinein zu spüren und die eigenen alten Herrschaftsüberzeugungen den Kontakt nach innen nicht verwehren, wird man angesichts äußerer Begrenzung stets die Sehnsucht nach Freiheit spüren.

Gelungene äußere Befreiung geht jedoch nicht automatisch mit inneren Freiheit einher.
Die äußeren Freiräume sind heutzutage in der Regel sogar weiter, als es die inneren geistigen Räume sind. Menschen sind nämlich innerlich längst nicht frei, solange sie an eigenen Überzeugungen hängen. Feste Überzeugungen schränken, selbst wenn man sich freiwillig damit identifiziert, die eigene Wahrnehmung und das eigene Denken ein und legen den Menschen Zwänge auf.
Im Sinne innerer Befreiung kommt es darauf an, sich von allen festen Überzeugungen und allen Muss-Gedanken zu befreien, sich stattdessen mit offenem Geist zu einem freien Leben zu bekennen, sensibel nach innen zu spüren, die eigenen tiefen Lebensimpulse wahrzunehmen und der eigenen inneren Natur wieder vertrauen zu lernen. 

Spürend, was uns wirklich gut tut, werden wir innerlich vom Herrschaftsdenken frei und sind auch dann erst fähig, zum eigenen Wohle entscheiden zu können.
Und dies ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass man sich auch zum Wohle anderer Lebewesen verhalten kann.

Montag, 13. Februar 2012

FREIHEITSTAG - geistige Freiheit ehren

Auch diesen Vorschlag habe ich zum Zukunftsdialog gepostet:

Ich habe heute das erste Mal vom Darwintag gehört.

Mir gefällt die Idee dahinter, doch möchte ich keinen Personenkult um Darwin unterstützen und spreche mich daher für einen FREIHEITSTAG als allgemeinen Feiertag aus, um geistige Freiheit zu ehren.

1. Geistige Freiheit ist in einer modernen Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Sie erlaubt es, mit allen Sinnen offen und mit der Realität verbunden zu sein.
Dies ist in Hinsicht auf eigenverantwortliche Entscheidungen sehr wichtig.

2. Geistige Freiheit ist Voraussetzung für naturwissenschaftliche Erkenntnisse, für technischen Fortschritt, für unsere Wirtschaftskraft und unseren gesellschaftlichen Wohlstand. – Ohne die naturwissenschaftlichen Errungenschaften könnten übrigens, den natürlichen Voraussetzungen entsprechend, nur ein Bruchteil der Menschen auf dieser Erde leben und wir in unseren Breiten nicht über den Winter kommen.

3. Die uns zur Verfügung stehenden enormen Potenzen brauchen kritische Korrektive, um auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen und ihnen möglichst schnell entgegensteuern zu können. Auch hierzu das geistige Freiheit unerlässlich.

4. Tragfähige Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit setzen neben Realitätssinn auch Kreativität voraus.
Geistige Freiheit und Kreativität gehören wie zwei Schwestern zusammen.

5. Geistige Freiheit im Sinne eigener geistiger Offenheit und Weite ist nicht zuletzt eine elementare Voraussetzung für Verständigung und Frieden.


Hier können Sie bis 15. April 2012 zustimmen, wenn Sie möchten.


drei kleine Videos bei MEMORO Projekt

Bei MEMORO Projekt, der "Bank der Erinnerungen" sind drei kleine Videos über mich eingefügt:

anschauen

Donnerstag, 9. Februar 2012

Freitod

Diesen Vorschlag habe ich zum Zukunftsdialog der Bundesregierung gepostet:

Das Recht auf einen selbstbestimmten Tod gehört zum Menschenrecht auf Leben.

Jeder Mensch sollte das uneingeschränkte Recht erhalten, sich frei zum Freitod zu entscheiden. Ohne Androhung von Strafe und ohne ihn dabei unterstützende Menschen strafrechtlich zu gefährden.

Denn ohne das Recht auf einen selbstbestimmten Tod gibt es auch kein Recht auf selbstbestimmtes Leben. Dann ist das Leben nur Pflicht. Dann sind wir zum Leben gezwungen.

Das Verbot des Freitods gehört ebenso wie der Terminus "Selbstmord" zur Leibeigenschaft und zum Obrigkeitsstaat, weil man damit das eigene Leben zum Eigentum des Staates, eines Gottes oder eines anderen Herrn erklärt.

Erst das Recht auf Freitod macht uns Menschen wirklich frei.
Niemand hat daher ein legitimes Recht, über mögliche Gründe zu urteilen.
Schon das Einfordern von Gutachten stellt eine menschliche Erniedrigung dar.

Es sollte die deutsche Rechtsprechung dahin gehend verändert werden, dass jedem Menschen prinzipiell das Recht auf Freitod zugestanden wird.
Wer eine entsprechende Absicht innerhalb von zwei Wochen dreimal unter Zeugen amtlich äußert, sollte auf eigenen Wunsch ärztliche Unterstützung für einen menschenwürdigen Abschied erhalten.
Der Staat seinerseits darf unter keinen Umständen über Leben oder Tod entscheiden.
Angesichts einer unheilbaren Krankheit sollte der Freitod versicherungsrechtlich als normaler Todesfall gelten.

Offizielle Erlaubnis zum Freitod hilft, dass Menschen sich frühzeitig outen. Man kann lebensberatend wirken und Selbsttötungen vor Zügen u.ä. mit der Gefährdung unbeteiligter Menschen vermeiden.


Hier können Sie bis 15. April 2012 zustimmen, wenn Sie möchten.

Sonntag, 1. Januar 2012